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DDR-Spielzeuggeschichte

im Wandel der Zeit

 

Das Spielzeugmuseum Görlitz feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag: den zehnten! Zeit für eine Neuorientierung, sagt das Museumsteam, und krempelt das Museum völlig um. Wie das aussehen soll, verrät Vereinsvorsitzender Thomas Fiedler einem Journalisten des Oberlausitz-Niederschlesischen Kuriers in einem Interview:

Kurier: Sie planen einen völligen Neuanfang?

Thomas Fiedler: Ja, so ist es. Wir waren – für unsere Größe und unsere Möglichkeiten - die vergangenen zehn Jahre erfolgreich. Die über 35 000 Besucher sind ja kein schlechtes Ergebnis. Aber es könnte besser sein. Wir zählten vergangenes Jahr knapp tausend Besucher weniger als im Vorjahr. Das gab uns zu denken. Wir setzten uns zusammen und suchten gemeinsam nach neuen Möglichkeiten.

Kurier: Eine völlig neue thematische Ausrichtung des Museums, ist das nicht sehr ungewöhnlich?

Thomas Fiedler: Sicherlich ist der Schritt genauso ungewöhnlich wie gewagt. Normalerweise ist das für ein Museum ganz unmöglich. Bisher stand Holzspielzeug aus dem Erzgebirge im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Sammlung gehört zu den besten in ganz Deutschland. Und doch fragten wir uns, ob diese Ausrichtung nicht zu speziell ist. Viele Görlitzer fragen sich, warum ausgerechnet Erzgebirge-Spielzeug in der Neißestadt? Auf der anderen Seite hatten wir natürlich auch viele Befürworter, die einfach das Spielzeug ihrer Kindertage im Museum entdeckten. Nicht zu vergessen die Sammler, die aus ganz Deutschland zu uns kamen.

Kurier: Und das soll jetzt alles anders werden?

Thomas Fiedler: Natürlich nicht. Die Besucher werden auch weiterhin vieles entdecken, womit sie, ihre Eltern oder Kinder gespielt haben. Unser Schwerpunkt für die ständige Ausstellung liegt künftig auf Spielzeug aus DDR-Zeiten. Ein interessantes, abgeschlossenes Sammelgebiet. Da es sehr vielfältig ist, werden wir neue, thematische Schwerpunkte setzen. Zum Beispiel halten jetzt nicht nur Puppen und Teddys Einzug ins Museum, sondern auch Kaufmannsladen, Kasperletheater und Puppenstuben. Ebenso manch ferngelenktes Auto aus Plaste, wie zum Beispiel ein Polizei-Wartburg 353. Und das Holzspielzeug findet natürlich auch seinen Platz. Bewährtes und Liebgewordenes, wie zum Beispiel Kindergeburtstage und Ferienveranstaltungen oder die Gespensternacht werden wir natürlich beibehalten.

Kurier: Worauf legen Sie bei der Ausstellung besonderen Wert?

Thomas Fiedler: Nun, die Erzgebirgsausstellung war immer auf Vollständigkeit und gewisse Ordnungsprinzipien ausgerichtet. Die neue Ausstellung soll anders sein. Da steht der Schauwert im Vordergrund. Helfen wird uns dabei ein kleiner, lieber Kerl aus DDR-Zeiten, das Sandmännchen. Er zieht den roten Faden durch das Museum.

Kurier: Ein Museum, wenn auch ein kleines, völlig neu zu bestücken, ist sicherlich schwierig. Woher stammen die Ausstellungsstücke?  

Thomas Fiedler: Zum großen Teil aus der eigenen Sammlung. Eine schöne Leihgabe an Spielzeugen aus Blech steuert Herbert Stahlberg aus Brandenburg bei. Er hat vor genau fünf Jahren schon einmal bei uns ausgestellt. Aber auch viele Schenkungen von Görlitzern sind dabei. Und vielleicht findet sich auch noch das eine oder andere bei manchen auf den Dachböden. Als wir vor drei Jahren nach DDR-Spielzeugindianern „fahndeten“, unterstützten uns Familien aus der ganzen Oberlausitz.

Kurier: Apropos Spielzeugindianer, finden die jetzt auch ihren Platz in der neuen Ausstellung?

Thomas Fiedler: Einige Figuren sicherlich, die waren ja Kult und gehörten in fast jedes DDR-Kinderzimmer. Die meisten gehen aber auf Wanderschaft. Wir haben ja aus der Sonder- eine Wanderausstellung gemacht, die wir erstmals 2009 im Karl-May-Haus Hohenstein-Ernstthal gezeigt haben. Sehr erfolgreich übrigens. Das sprach sich herum, und so wird die Schau dieses Jahr ab 26. Juni im web-MUSEUM Oederan zu sehen sein. Wir haben bereits Anfragen für 2012! Ganz wichtig für uns ist: Wir suchen nach wie vor zur Ergänzung der Ausstellung Indianerspielzeug aller Art!

Kurier: Ab wann wird denn das „neue“ Museum zu sehen sein?

Thomas Fiedler: Wir werden unseren runden Museumsgeburtstag und die neue Ausstellung mit einer eigenen Museumsnacht am 19. Juni feiern. Darauf kann man gespannt sein, das verspreche ich. Wer die „alte“ Ausstellung noch nicht gesehen hat, sollte sich beeilen. Nur noch bis Pfingsten ist dazu Gelegenheit.

Kurier: Viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch!

 

 

 

Aktuelles in Kürze:

O Die Eröffnung des Museums mit der neuen ständigen Ausstellung „Blech, Plaste und Holz – DDR-Spielzeug im Wandel der Zeit“ feiert das Museum mit einer Museumsnacht am 19. Juni, ab 18 Uhr.

O Gleichzeitig zeigt ab 19. Juni Lisa Machoi aus Skerbersdorf ihre Schätze von Playmobil in der neuen Sonderausstellung. Die Zwölfjährige hat in ihrer Sammlung einige interessante Raritäten zu bieten.

O Für die Sommerferien bietet das Museum ein buntes Programm zum Thema Piraten an. Anmeldungen von Feriengruppen unter 03581405870.

O Am 26. Juni, 14 Uhr, öffnet die Sonderausstellung „Indianer – der Wilde Westen in DDR-Kinderzimmern“ im web-MUSEUM Oederan ihre Pforten. Die Wanderausstellung aus Görlitz zeigt die einzigartige Vielfalt dieser Kult-Spielzeuge. 

O Das Museum bleibt vom 25. Mai bis voraussichtlich 6. Juni wegen Umbaus geschlossen.

O Das Museum sucht weiterhin Indianer-Spielzeug aus DDR-Zeiten sowie auch anderes gut erhaltenes Spielzeug aus dieser Zeit.

 

 

 

 

 

 

Unsere ständigen Angebote

 

O Kindergeburtstage: Wir feiern mit Ihren Kindern und Gästen mit wechselnden Spiel- und Bastelangeboten, Museumsführung und Betreuung

O Zuckertütenfest: Feiern Sie mit der Kindergartengruppe im Museumshof

O Führungen: Kinder- und Erwachsenengruppen sind herzlich willkommen

O Bastelangebote: ein umfangreiches Bastelangebot, je nach Jahreszeit und Thema der Sonderausstellung, bietet für jeden Geschmack etwas

O Betreuung: Für Polnisch und Englisch sprechende Besucher haben wir entsprechende Begleitmappen mit einer Museumsführung

O Ferienbetreuung: Für Kindergruppen und Ferienkinder gibt es täglich wechselnde Veranstaltungsangebote, für Gruppen nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten

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